Teamwork – die Zusammenarbeit im Team verbessern


So verhindern Sie Gruppendenken bei Ihren Mitarbeitern und verbessern das Teamwork

Ob „soziales Faulenzen“ oder „sozialer Wettbewerb“ – es gibt in Gruppen psychologische Effekte, die die Motivation der Teammitglieder verstärken oder hemmen. Zudem kann das sogenannte Gruppendenken für Unternehmen gefährlich werden, weil mitunter schwere Fehlentscheidungen die Folge sind. Da bestimmte Bedingungen diese Effekte begünstigen, können Sie als Führungskraft Einfluss nehmen, ob und in welchem Maße sich diese Effekte entfalten. Lesen Sie hier, wie Sie das Teamwork verbessern.

Was ist Gruppendenken?

Als Gruppendenken wird der Prozess bezeichnet, bei dem die Gruppenmitglieder gemeinsam schlechtere Entscheidungen treffen, weil jeder seine Meinung an die Meinung der Gruppe angleicht. Dadurch stimmt die Gruppe mitunter Entscheidungen zu, die die einzelnen Gruppenmitglieder alleine vielleicht abgelehnt hätten. Die eigentliche Kompetenz der Teammitglieder spielt bei diesem Effekt keine Rolle. Gerade qualifizierte und gut eingespielte Teams können dem Gruppendenken unterliegen. Dann schotten sie sich ab, schwören sich auf eine Linie ein und tolerieren keine Abweichungen davon. Vor allem Gruppen, die sich als besonders kompetent und überlegen betrachten, treffen teilweise schwerwiegende Fehlentscheidungen.

Überlegenheit und Zusammengehörigkeit: Faktoren, die Gruppendenken begünstigen

Gefährdet sind vor allem Teams, die schon länger zusammenarbeiten und dadurch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt haben. Wenn die Gruppe sehr von ihrer Kompetenz überzeugt ist und auch bei anderen einen guten Ruf genießt, begünstigt dies ebenfalls ein Überlegenheitsgefühl und das Gruppendenken. Kritik an ihren Entscheidungen dringt dann kaum durch. Das verstärkt sich, wenn das Team der Überzeugung ist, auch moralisch anderen überlegen zu sein. Gibt es in der Gruppe Mitglieder, die als Autoritäten gelten, werden sich die anderen nicht gegen deren Meinung stellen. Zudem herrscht in einigen Teams ein unbedingtes Harmoniebedürfnis, das Kritik nur schwer möglich macht. Wenn das Team Entscheidungen schnell herbeiführen muss oder keine Alternativen erörtern will, führt dies auch zu Gruppendenken.

Wie Gruppendenken den Entscheidungsprozess beeinflusst

Das Gruppendenken zeigt sich schon in den frühen Phasen eines Entscheidungsprozesses. Bereits bei der Identifikation von Problemen wird es deutlich. Die Gruppe widmet sich nur den Fragestellungen, die in ihr Schema passen. Andere Probleme wird sie eher vernachlässigen. Bei der Betrachtung von möglichen Lösungen sprechen sich die Autoritäten in der Gruppe meist recht frühzeitig für eine Option aus, während sie sich über andere abfällig äußern. Dadurch wird eine Art Vorentscheidung getroffen, da alternative Möglichkeiten von vornherein nicht weiterverfolgt werden. Wenn sich eine Lösung abzeichnet, suchen die Teammitglieder nach Argumenten, die diese bestätigen, anstatt alle möglichen Fakten zu sammeln. Äußert sich jemand kritisch, wird er als „Bedenkenträger“ abgestraft. Die Bewertung der Optionen fällt dann recht einseitig aus: Die favorisierte Lösung wird bestätigt, Argumente für Alternativen werden auch aus Mangel an Informationen verworfen. Mit großer Übereinstimmung entscheiden sich die Mitglieder dann für die vorgefasste Lösung, wobei sie die große Übereinstimmung in der Richtigkeit ihrer Lösung bestärkt. Treten später Probleme auf, ist die Gruppe darauf nicht vorbereitet. Sie hat keine Alternativen bedacht. Deshalb wird sie versuchen, an ihrer Lösung festzuhalten und die Ergebnisse erfolgreicher darzustellen, als sie sind.

So verhindern Sie Gruppendenken

Gruppendenken können Sie als Führungskraft unterbinden, indem Sie die Bedingungen beeinflussen, die das Gruppendenken begünstigen:

Einer möglichen Abschottung der Gruppe können Sie entgegenwirken, wenn Sie externe Personen, zum Beispiel aus anderen Abteilungen oder außerhalb des Unternehmens, dem Team als Berater zur Seite stellen. Diese können ihre Sicht der Dinge einbringen und einen zu einseitigen Entscheidungsprozess verhindern.

Achten Sie darauf, dass die Gruppe nicht zu homogen ist, sondern aus Personen mit unterschiedlichem Know-how und verschiedenen Erfahrungen besteht. So muss sich die Gruppe mit anderen Sichtweisen auseinandersetzen.

Teilen Sie die Gruppe in zwei oder mehrere Untergruppen, die jeweils eine Lösung erarbeiten sollen. Mit diesen Optionen muss sich die Gesamtgruppe beschäftigen, bevor sie eine Entscheidung trifft. So gibt es nicht nur eine Lösung ohne Alternativen.

Fördern Sie Uneinigkeit. Achten Sie dabei darauf, dass es nicht zu persönlichen Kränkungen kommt. Sie können zum Beispiel die Gruppe teilen, wobei ein Teil Pro-Argumente sammelt und der andere Teil Kontra-Argumente – unabhängig von der Meinung der einzelnen Mitglieder.

Damit können Sie das Teamwork verbessern

Als Führungskraft haben Sie die Möglichkeit, die idealen Rahmenbedingungen für gutes Teamwork zu schaffen. Das beginnt bereits bei der Auswahl der Gruppenmitglieder. Wenn Sie ein Team für eine Aufgabe zusammenstellen, ist neben den Kompetenzen entscheidend, dass die Leistungsunterschiede zwischen den Teammitgliedern nicht zu groß sind. Denn sonst werden zum Beispiel der „Trotteleffekt“ oder das „Trittbrettfahren“ begünstigt. Das bedeutet nicht, dass die Mitarbeiter sich ähnlich sein müssen – im Gegenteil: Um Gruppendenken zu verhindern, sollten die Mitglieder einen unterschiedlichen Hintergrund an Erfahrungen und Wissen haben. Idealerweise ergänzen sich die Kompetenzen auf einem ähnlichen Leistungsniveau. Sie können den Entscheidungsprozess steuern und etwa vorschnellen Entscheidungen entgegenwirken, wenn Sie den Prozess in zwei Phasen teilen: Erst soll das Team alle relevanten Informationen sammeln, danach erfolgt die Bewertung dieser.

Die psychologischen Effekte in Gruppen sind vielfältig. Wenn Sie die Bedingungen kennen, die diese begünstigen, können Sie als Führungskraft viel dazu beitragen, dass das Teamwork gute Ergebnisse hervorbringt.

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    iStockphoto/Erik Khalitov