Urlaubsanspruch Teilzeit: So berechnen Sie ihn korrekt

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Flexible Arbeitszeitmodelle liegen voll im Trend, Teilzeitarbeit gehört dazu. Wer Teilzeitkräfte beschäftigt, steht oft immer wieder vor einer Herausforderung: Wie wird der anteilige Urlaubsanspruch richtig berechnet?

Ihre Mitarbeiter können einen Teilzeitjob regelmäßig oder unregelmäßig ausüben: Maßgeblich für die Berechnung ist immer die Anzahl der tatsächlichen Arbeitstage.

Hier lesen Sie, wie Sie Urlaub bei Teilzeitkräften richtig berechnen.

Der Urlaubsanspruch abhängig beschäftigter Arbeitnehmer ist in Deutschland durch das Bundesurlaubsgesetz klar geregelt.

Auf dieser Grundlage basiert auch die Berechnung für den Urlaubsanspruch Teilzeit.

Genau deshalb sollten Sie auch vor Beginn der Tätigkeit mit Ihren Teilzeit-Beschäftigten eindeutige Vereinbarungen über die wöchentliche Arbeitszeit und die tatsächlichen Arbeitstage treffen. Das macht in der Praxis vieles leichter.

Grundsätze für den Teilzeit-Urlaubsanspruch

Der Urlaubsanspruch bei Teilzeitkräften richtet sich nicht nach der täglichen durchschnittlichen Arbeitszeit, sondern nach den Arbeitstagen.

Die tatsächlichen Arbeitstage sind für die Berechnung des Urlaubsanspruchs für Teilzeit-Beschäftigte maßgeblich: Dabei ist es unerheblich, ob Ihr Arbeitnehmer an fünf Tagen in der Woche acht Stunden oder nur vier Stunden arbeitet. Die Berechnung beruht ausnahmslos auf den Arbeitstagen.

Hat Ihre Teilzeitarbeitskraft einen vom gesetzlich festgelegten Mindesturlaub abweichenden Urlaubsanspruch, ist er im Tarifvertrag oder in einem individuellen Arbeitsvertrag geregelt – und für die Berechnung des Urlaubsanspruches Ihrer Teilzeitkraft relevant.

So berechnen Sie den Urlaubsanspruch Teilzeit richtig:

1. Bei werktäglicher Arbeitszeit

Ist eine Teilzeitkraft tatsächlich jeden Werktag für Sie tätig, müssen Sie den Urlaubsanspruch gar nicht extra berechnen – sie hat denselben Urlaubsanspruch wie ein Mitarbeiter in Vollzeit.

2. Bei nicht werktäglicher Arbeitszeit

Ist Ihre Teilzeitkraft nicht werktäglich für Sie tätig, wird es etwas komplizierter. Grundsätzlich gilt dann aber die Regel:

Urlaubswochen X Arbeitstage = Urlaubsanspruch in Tagen


Beispiel 1:
Wenn Ihr Teilzeitbeschäftigter regelmäßig an drei Tagen pro Woche arbeitet, berechnen Sie den Urlaubsanspruch wie folgt. Grundlage ist ein Urlaubsanspruch von 30 Tagen für eine Vollzeitkraft.

Schritt 1:
30 Tage Urlaubsanspruch : 5 Wochen-Arbeitstage = 6 Wochen Urlaub

Schritt 2:
6 Wochen Urlaub X 3 Arbeitstage pro Woche = 18 Tage Urlaubsanspruch

Ergebnis:
Ihr in Teilzeit beschäftigter Mitarbeiter hat 18 Tage Urlaubsanspruch.


Beispiel 2:
Arbeitet Ihre Teilzeitkraft an drei Tagen pro Woche 8 Stunden und an zwei Tagen vier Stunden, sind das trotzdem 5 Arbeitstage pro Woche. Auch hier ist die Grundlage für die Berechnung ein Urlaubsanspruch von 30 Tagen (Vollzeit).

Schritt 1:
30 Tage Urlaubsanspruch : 5 Wochen-Arbeitstage = 6 Wochen Urlaub

Schritt 2:
6 Wochen Urlaub X 5 Arbeitstage = 30 Tage Urlaubsanspruch

Ergebnis:
Ihre Teilzeit-Arbeitskraft hat einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen.


Arbeitet Ihre Teilzeitkraft über das Jahr verteilt völlig unregelmäßig, müssen Sie wieder eine andere Berechnungsgrundlage berücksichtigen. Dann können Sie nicht eine Arbeitswoche
zugrunde legen.

Sie müssen in diesem Fall für die Berechnung des Urlaubsanspruches die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit im Durchschnitt berücksichtigen. Die auf 52 Wochen bezogenen Werte ergeben dann die Jahresarbeitstage.

Die Berechnung nehmen Sie wie folgt vor:

Gesetzliche / tarifliche Urlaubsdauer : Jahreswerktage X Anzahl der Tage, an denen Sie Ihren Mitarbeiter im Kalenderjahr verpflichten (Jahresarbeitstage)


Arbeitet Ihr Teilzeitbeschäftigter zwar nicht das gesamte Jahr über im Unternehmen, aber ansonsten regelmäßig an jedem Wochenarbeitstag, müssen Sie den Urlaubsanspruch einfach durch zwölf teilen und mit den tatsächlichen Arbeitsmonaten multiplizieren.

Beachten Sie auch, dass für Jugendliche und Schwerbehinderte besondere Regelungen zum Urlaubsanspruch gelten, die Sie auch bei der Berechnung für den Urlaubsanspruch Teilzeit berücksichtigen müssen.

Danach ist der gesetzlich geregelte Mindesturlaub für diese Personengruppen regulär höher – und deshalb auch maßgeblich für die Berechnung.

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